Manchmal sucht man nicht einfach ein Haus
Ein Gedanke aus dem Tornowski-Prinzip
Manchmal beginnt eine Immobiliensuche mit einer scheinbar einfachen Frage:
Können Sie für uns ein geeignetes Haus finden?
Gerade beschäftige ich mich mit einer solchen Suche für eine pädagogische Einrichtung.
Die Anforderungen an das Gebäude lassen sich zunächst recht einfach beschreiben. Genügend Räume, die richtige Lage, ausreichend Platz.
Doch schon nach kurzer Zeit wird klar: Damit ist es nicht getan.
Denn was nützt ein Haus mit der passenden Zimmerzahl, wenn es für den vorgesehenen Zweck gar nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand genutzt werden kann?
Plötzlich stellen sich ganz andere Fragen.
Ist die gewünschte Nutzung an diesem Standort grundsätzlich denkbar? Was müsste baulich verändert werden? Welche Anforderungen könnten hinzukommen? Und vor allem: Lässt sich das Ganze noch zu einem vernünftigen Preis umsetzen?
Mir ist bei dieser Suche etwas bewusst geworden:
Manchmal besteht die eigentliche Aufgabe nicht darin, eine Immobilie zu finden. Sondern herauszufinden, welche Immobilie überhaupt funktionieren kann.
Dafür reicht es nicht, Immobilienportale nach Zimmerzahl und Quadratmetern zu durchsuchen.
Man muss früher anfangen. Beim Bedarf. Bei der Nutzung. Bei den möglichen Hindernissen – und bei den Menschen, die das Gebäude später mit Leben füllen sollen.
Vielleicht ist das ein Bereich der Immobilienarbeit, über den viel zu wenig gesprochen wird.
Ich jedenfalls werde mich damit künftig noch intensiver beschäftigen.
Das ist das Tornowski-Prinzip.
Fachkompetenz ist wichtig. Menschlichkeit ist unverzichtbar.



